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Tipps im Bergischen05.12.2018
Der Natur auf der Spur #STNU #Wuppertal

Station Natur und Umwelt – Einmalig in der Region

Einfach mal raus aus dem Haus und rein ins Grüne. Mit den Gummistiefeln an den Füßen in der weichen Erde versinken, Stücke sammeln, Krabbeltiere beobachten, frische Luft tanken und dabei etwas über die Natur vor der Haustür lernen. Im Bergischen bietet die „Station Natur und Umwelt“ in Wuppertal dazu die beste Gelegenheit. In Nordrhein-Westfalens größter kommunaler Einrichtung für Umweltbildung sind Kinder und Erwachsene der Natur auf der Spur – zu jeder Jahreszeit, bei Wind und Wetter.

Wie leben eigentlich Wildbienen? Was steht auf dem Speisezettel der Waldohreule? Und wofür kann man Weidenzweige nutzen? Nur darüber zu lesen oder davon zu hören, ist gerade Kindern viel zu öde. Selber ausprobieren, angucken oder berühren macht einfach mehr Spaß. Und so lässt es sich auch viel leichter lernen. „Natur erfassen – Natur zum Anfassen“ lautet deshalb das Motto der „Station Natur und Umwelt“. Sie besteht aus drei Säulen: dem Land NRW, der Stadt Wuppertal und dem eigenen Förderverein und wird von einigen Sponsoren unterstützt. Auf einem sieben Hektar großen Gelände an der Jägerhofstraße begrüßt die Station jährlich rund 35.000 Besucher im Grünen. Das Angebot der Einrichtung steht allen offen, die die heimische Natur erkunden möchten. Ziel der Akteure ist es, kleine und große Besucher durch eine positive Naturerfahrung für den Schutz der Umwelt zu sensibilisieren.

Das fängt bereits bei den ganz Kleinen an. Denn das umfangreiche Jahresprogramm der Station bietet Veranstaltungen für alle Altersgruppen – und es ist in vielen Bereichen so beliebt, dass sich eine frühzeitige Anmeldung lohnt. „Los geht es für einjährige Kinder und ihre Eltern in unseren Waldspielgruppen. Altersmäßig ist nach oben hin alles offen“, sagt Diplom-Biologin und Natur- Therapeutin Cornelia Heger-Wegmann, die seit vielen Jahren Teil des rund 40-köpfigen Teams der Station ist. Schon die Kleinsten nehmen bei den Angeboten der Einrichtung die Natur mit allen Sinnen wahr. Gemeinsam erkunden sie die nähere Umgebung, spüren Tiere auf, lernen Pflanzen kennen, matschen, klettern und entdecken. Schulkinder gehen nachmittags in den Natur-AGs auf Erkundungstour, experimentieren, schnitzen und lösen knifflige Baumrätsel. Auch vor den Ferien machen die Naturerlebnisse der Station keinen Halt: In den Freizeiten für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren stehen unter anderem Mutproben auf dem Programm. Beim Nervenkitzel in der Natur ist nicht nur Tapferkeit gefragt, sondern auch Vertrauen. Denn manche Herausforderung schaffen die Teilnehmer nur gemeinsam. Zum Beispiel, wenn es mit verbundenen Augen über Steine, Wurzeln und Zweige geht. Das große Gelände in unmittelbarer N.he des Stationshauses bietet mit mehreren Biotopen, Igelgarten, Wildblumenwiese, Hochmoor und Fruchtwiesen genug Platz zum Austoben und Lernen.

Wochentags ist das Areal inklusive Biotope frei für alle zugänglich, die gerne auf eigene Faust unterwegs sind. „Wir haben hier sogar Raum für eine eigene kleine Schafherde“, sagt Cornelia Wegmann. Alle, die noch mehr Platz zum Erforschen der Natur benötigen, zieht es ins Gelpetal. Das bewaldete Naherholungsgebiet grenzt direkt an das Stationsgelände. Bachforscher und solche, die es noch werden wollen, erkunden dort die Gelpe. Dabei erfahren sie, was es mit einem Fließgewässer auf sich hat und welche Lebewesen sich darin tummeln. Besonders beliebt sind die Geburtstagsfeste an der „Station Natur und Umwelt“. Bei Natur-Rallyes, Survival-Trainings oder einer spannenden Nachtwanderung geht’s für die kleinen Geburtstagsgäste über Stock und Stein. Zum Abschluss rösten die Kleinen noch Stockbrote über dem Feuer. So viel frische Luft macht schließlich sogar die emsigsten Entdecker hungrig.

Auch für große Naturfreunde hat das Jahresprogramm der Einrichtung viel zu bieten. „Erwachsene können an unseren Wildkräuterführungen teilnehmen“, schlägt Cornelia Heger-Wegmann vor. Auf einem Spaziergang durch das Gelände erfahren sie dabei etwa, welche Wildkräuter die Frühjahrsmüdigkeit vertreiben. Oder wie man aus Brennnessel und Giersch, Wiesenschaumkraut und Spitzwegerich ein leckeres Gericht zubereitet. Auf dem Freiluft-Unterrichtsplatz lernen Gartenfreunde beim Weidenbautag, welche Ideen sich leicht und kostengünstig im eigenen Garten umsetzen lassen.

Zielgruppen der Einrichtung sind neben Familien auch Kindergärten und Schulen. Wichtiges Thema ist dabei unter anderem die Nachhaltigkeit. Ein kostenloses Angebot für Kitas ist beispielsweise die Müllwerkstatt. Unter Anleitung des Arbeitskreises Abfallberatung der Stadt Wuppertal und des Fördervereins der „Station Natur und Umwelt“ erfahren Kita-Kinder, wie man Abfall vermeidet und Müll richtig trennt. Dass es sich lohnt, Müll einzusparen, wissen auch die Kinder an den Schulen, die seit 2003 beim Wettbewerb „Müllenium“ mitmachen. Im Rahmen des Projektes soll das Müllaufkommen nachhaltig gesenkt werden.

Weitere Informationen
Station Natur und Umwelt und Förderverein der Station Natur und Umwelt e. V.
Jägerhofstraße 229
42349 Wuppertal
Telefon: 02 02 563-62 91
Fax: 02 02 563-80 71
E-Mail: mail@stnu.de
Internet: www.stnu.de

TEXT Hannah Blazejewski FOTOS Station Natur und Umwelt

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