Informationen zum Coronavirus

 

Bund-Länder-Beschluss vom 23.03.2020

1.) Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.

2.) In der Öffentlichkeit ist, wo immer möglich, ein Mindestabstand von mindestens 1,5 m einzuhalten.

3.) Der Aufenhalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.

4.) Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport  und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben weiterhin möglich.

5.) Gastronomiebtriebe werden geschlossen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause.

6.) Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind angesichts der ernsten Lage in unserem Land inakzeptabel. Verstöße sollen überwacht und bei Zuwiderhandlungen sanktioniert werden.

7.) Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure, Kosmetikstudios u.ä. werden geschlossen. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben möglich.

8.) In allen Betrieben und insbesondere solchen mit Publikumsverkehr ist es wichtig, die Hygienevorschriften einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen umzusetzen.

9.) Diese Maßnahmen haben eine Geltungsdauer bis einschließlich Sonntag, den 19. April 2020.

Antworten auf die wichtigsten Fragen

Immer mehr Menschen erkranken am neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2 / Covid-19). Wie erkennt man die Infektion? Wie schützt man sich? Wer ist besonders gefährdet?

Wie wird das Coronavirus übertragen?

Das Coronavirus wird von Mensch zu Mensch durch Husten oder Niesen übertragen.

Wie kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?

Die Weltgesundheitsorganisaion (WHO) empiehlt folgende Maßnahmen, die gleichzeitig vor Erkältungs- und Grippeviren schützen:

  • regelmäßig Hände waschen und desinfizieren
  • mindestens einen Meter Abstand von hustenden und niesenden Menschen
  • Hände aus dem Gesicht fernhalten
  • Händeschütteln meiden
  • eine Atemschutzmaske tragen, wenn man selbst Symptome hat
  • in die Ellenbeuge husten (nicht ohne Schutz, nicht in die Hand)
  • Oberflächen in der Umgebung von Erkrankten mit Desinfektionsmittel säubern, die die Kennzeichnung "viruzid" oder "begrenzt viruzid plus" tragen

Zusätzlichen Schutz bietet die Vermeidung von Menschenmengen und möglichst der Verzicht auf Reisen.

Kann man sich über Oberflächen (wie Türklinken) oder importierte Waren anstecken?

Das Coronavirus wird in der Regel über Sekrete der Atemwege übertragen, also etwa durch Tröpfchen beim Niesen oder Husten. Gelangen diese Sekrete an Hände, die dann das Gesicht berühren, kann eine Infektion stattfinden. Hingegen ist eine Übertragung über unbelebte Flächen (z. B. auf importierten Waren) bisher nicht dokumentiert. Eine Ansteckung über Oberflächen, die nicht zur unmittelbaren Umgebung eines Infizierten gehören, erscheint derzeit unwahrscheinlich.

Sind Atemmasken sinnvoll?

Der wichtigste Schutz gegenüber einer Ansteckung sind die oben genannten Maßnahmen. Diese sind für einen Schutz vor der Grippe (Influenza) ohnehin überall und jederzeit empfohlen. Wenn sich daneben eine akut an Atemwegsinfektion erkrankte Person im öffentlichen Raum aufhalten muss, kann das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sinnvoll sein. So verringert sie die Gefahr, andere Menschen durch Tröpfchen, welche beim Husten und Niesen entstehen, anzustecken (Fremdschutz). Nach Informationen der WHO kann das Tragen einer Maske in Situationen, in denen dies nicht empfohlen ist, ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen. Das kann dazu führen, dass zentrale Hygienemaßnahmen wie saubere Hände vernachlässigt werden.

Wie macht sich die Infektion bemerkbar?

Problematisch beim neuartigen Coronavirus ist, dass die Beschwerden stark einer Erkältung oder Grippe ähneln - mit Symptomen wie Husten, Schnupfen, Halskratzen, Fieber oder auch Durchfall. Experten sehen Fieber in Verbindung mit trockenem Husten als Anzeichen für eine Infektion mit dem Coronavirus an.

Wann sollte man sich auf das Virus testen lassen?

Als Verdachtfall gilt

  • wer sich in einem Risikogebiet wie etwa Norditalien, Heinsberg in NRW oder der chinesischen Region Hubei aufgehalten hat und Symptome hat
  • wer Kontakt zu einem Infizierten hatte und Symptome hat

In Deutschland führt man stichprobenartig bei Menschen mit einem Verdacht auf eine Grippe einen Test auf das Coronavirus durch. Dafür entnimmt der Arzt einen Abstrich aus dem oberen Hals-Nachen-Rachenraum und schickt diese ins Labor. Die Kosten dafür übernehmen wir für Sie.

Wieviel Zeit vergeht zwischen Ansteckung und Beginn der Erkrankung?

Die Inkubationszeit beträgt bis zu 14 Tage. So lang ist deshalb auch die Dauer der Quarantäne für Kontaktpersonen von Infizierten. In der Regel bricht die Erkrankung jedoch deutlich früher aus. Bekannt sind Erkrankungen, in denen der Virus bereits nach zwei Tagen nachweisbar war.

Wie wird die Erkrankung behandelt?

Derzeit gibt es noch kein wirksames Medikament. Medizinische Experten testen aktuell existente Medikamente für andere Erkrankungen. An einem Impfstoff wird mit Hochdruck geforscht. Medienberichten zufolge soll in China ein Impfstoff ab Ende April 2020 in einer klinischen Studie erprobt werden. Bis zur Verfügbarkeit werden jedoch voraussichtlich noch einige Monate vergehen. Zeit ist neben Tests für die Produktion in ausreichender Menge nötig. Wann konkret ein Impfstoff bereitsteht, ist damit derzeit noch nicht absehbar.

Bis Medikamente verfügbar sind, konzentriert sich die Therapie darauf, die Beschwerden zu lindern und das Immunsystem zu fördern. Zum Beispiel durch genügend Flüssigkeit und die Versorgung von schwer Erkrankten mit Sauerstoff.

Wie verläuft die Erkrankung?

Die WHO geht derzeit davon aus, dass rund 80 Prozent der Infektionen leicht verlaufen, 14 Prozent schwer, sechs Prozent kritisch. Menschen mit leichtem Krankheitsverlauf erholen sich in der Regel innerhalb von 14 Tagen vollständig. Bei Betroffenen mit schwerem Verlauf dauert es zwischen drei und sechs Wochen. Bei kritischem Verlauf ist die Dauer nicht absehbar.

Wie gefährlich ist das Coronavirus im Vergleich zur Grippe?

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) ist das Coronavirus gefährlicher als die Grippe (Influenza). Die Sterblichkeit liegt im Vergleich höher, d. h. bei 0,7 % (sieben von 1.000 Erkrankten) im Vergleich zu 0,1 bis 0,2 %.

Wer ist besonders gefährdet?

  • Ältere Menschen ab 60 Jahren gehören laut RKI zur Risikogruppe
  • Männer sind nach ersten Erkennissen zudem deutlich stärker gefährdet als Frauen.
  • Risikofaktor sind Vorerkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Chronische Atemwegserkrankungen oder Krebs

Welche Länder/Regionen sind betroffen?

Betroffen ist besonders die Metropole Wuhan (11 Millionen Einwohner) sowie weitere Provinzen und Städte in China, daneben Südkorea, Japan und Norditalien. Inzwischen haben auch nahezu alle anderen europäischen Länder über Fälle und Ausbrüche berichtet.

In Nordrhein-Westfalen sind bislang bundesweit die meisten bestätigten Fälle aufgetreten. Aktuelle Informationen national und international bietet das RKI online zu Risikogebieten und Fallzahlen.

Wie schätzen medizinische Experten die Lage in Deutschland ein?

Die aktuelle Einschätzung des Robert-Koch-Institutes zur Lage in Deutschland finden Sie hier.

Wo finde ich weitere Informationen?

Weitere Informationen zum Coronavirus halten die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereit.

Zusätzlich bietet die BZgA über YouTube eine Reihe informativer Videoclips an.

Telefonisch erhalten Sie weitere Informationen hier:

  • Hotline des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums: 0211 9119 1001 (montags bis freitags 7 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr)
  • Bürgertelefon des Bundesministerium für Gesundheit: 030 346 465 100
  • Hotline der Unabhängigen Patientenberatung: 0800 011 77 22
  • Telefonnummern aller Gesundheitsämter in Nordrhein-Westfalen hier.

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